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Kopfhörer kalibrieren?
14.02. 2020
12:48
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hansey
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 447

Hallo zusammen,

ich produziere (ausschließlich) über Kopfhörer (Audio Technica ATH-M50x). Dieser Kopfhörer ist für mich prinzipiell ok, hat aber eine Überbetonung der tiefen Frequenzen, was beim M&M zu falschen Entscheidungen führt, am Ende hat der track ~ zuwenig Bass. Um dieses Problem zu lösen, hab ich mir überlegt, im Windows10-internen EQ die tiefen Frequenzen für die Ausgabe etwas abzusenken, so dass die Klangkurve des Kopfhörers korrigiert wird. Was haltet ihr davon? Könnte das wohl funktionieren und was gäbe es dabei zu bedenken? Danke für euren Rat!

14.02. 2020
13:47
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Plexis
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 5838

Also wenn du wirklich allgemein weniger Bass auf den KH willst, kannst du generell schon einen EQ verwenden. Ich hab kein Windows 10 und kann dir leider nicht sagen, ob der dafür tauglich ist.
Aber wenn du einen EQ verwendest, dann solltest du den wirklich dauerhaft drauf lassen und nicht nur zum produzieren. Du gewöhnst dich schließlich nur an deine KH und kennst sie nur gut, wenn du auch normal damit Musik hörst. Nur dann hast du quasi den "Vergleich" zu deinen eigenen Produktionen.
Es hilft auch viel, einfach ab und an mal einen Genreähnlichen Referenztrack laufen zu lassen um zu schauen, wie der eigene im direkten vergleich abschneidet. Damit kann man die schwächen seiner Abhöre schon gut in den Griff bekommen. Aber das wichtigste ist wirklich, die Abhöre perfekt zu kennen und einschätzen zu können.

Es gibt übrigens für dein Problem eine Softwarelösung, die genau das in den Griff zu bekommen versucht, allerdings kann ich dir nicht sagen, was sie taugt, da ich sie selbst noch nicht ausprobiert habe. Es scheint aber eine Demoversion zu geben, vielleicht ist das ja was für dich:

https://www.sonarworks.com/reference

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hansey
14.02. 2020
14:54
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hansey
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 447

Hallo Plexis,

Dank dir für die ausführliche Antwort! Das hilft mir schon mal weiter. Ich werde es versuchen und dann berichten, wie es geht.

Auf Sonarworks war ich auch schon gestoßen; die Demoversion wäre interessant, um zu schauen, ob sie und welche Referenztöne sie benutzen, bzw. welche Hilfen sie anbieten, wenn man die Hörkurve verändern will. Nur mit dem Ansatz "EQ im Bassbereich leicht runter" stochert man ja erstmal bissl im Nebel.

14.02. 2020
19:40
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Justonemore
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 29628

Eine Software, die deinen Kopfhörer korrigiert, ist am Ende doch nur ein grosses Gebastel. Dann ist vielleicht einmal der Frequenzgang korrigiert, aber als Nächstes verträgt sich deine Software mit bestimmten Updates nicht mehr etc. Am Ende hast du ja nur das Symptom bekämpft, aber nicht die Ursache.

Mein Tipp daher: Kauf dir einfach neue Kopfhörer. Schon mit 150 EUR bist du gut dabei.

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hansey
15.02. 2020
20:52
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hansey
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 447

Hallo Justonemore,

ja, ich hatte das auch schon überlegt, aber ich glaube eigentlich, dass der ATH-M50x ein guter Kopfhörer ist (er passt jedenfalls schonmal gut auf meinen Kopf lol) und ich muss womöglich sehr viel mehr als 150 Flocken in die Hand nehmen, um etwas durchschlagend Besseres zu bekommen.

Das, was diese Leute von Sonarworks machen, hört sich vielversprechend an und ich werd mir die DemoV mal anschauen. Wenn die es tatsächlich schaffen, die individuelle Hörkurve eines Kopfhörers flach zu rechnen, müsste eigentlich ein spürbarer Vorteil beim Abhören zustande kommen und soviel Gebastel soll es gar nicht sein. Das mit den Updates usw muss sich dann ja auch noch erst zeigen.

17.02. 2020
17:38
Moderator
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Plexis
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 5838

@Justonemore  sagt
Mein Tipp daher: Kauf dir einfach neue Kopfhörer. Schon mit 150 EUR bist du gut dabei.  

Das ist finde ich kein besonders guter Tipp. Klar, es ist auf jeden Fall vor dem Kauf nützlich, verschiedene Modelle zu testen und zu gucken, welches einem am besten zusagt. 
Der ATH-M50X ist aber in der Preiskategorie bis 150€ ein bewährtes Modell und sicherlich kein schlechter Kopfhörer. Wenn @hansey ihn jetzt komplett schlecht finden würde (z.B. das Stereopanorama, die Auflösung, den Tragekomfort etc.), hätte ich auch gesagt: Kauf dir andere. 

Aber scheinbar stört ihn ja wirklich nur, dass er ein bisschen Basslastig ist. Das ist ziemlich einfach zu beheben und es gibt ja auch die entsprechende Software dafür. Ich bin immer noch der Meinung, dass das korrigieren des Frequenzgangs überhaupt nicht nötig ist, wenn man sich ausreichend "eingehört", also an die KH gewöhnt hat. Nach ein paar Tagen / Wochen, in denen man viel verschiedene Musik mit einem KH gehört hat, findet man den Sound ganz normal, kennt die Schwächen und weiß, wie man sie ausgleicht. 

Wenn jetzt einfach neue KH gekauft werden, sind die sicherlich auch wieder nicht perfekt. Die haben dann vielleicht zu scharfe Höhen, zu ausgeprägte Mitten, ein zu schmales Stereopanorama, whatever.
Also erstmal ein bisschen abwarten, bis die Gewöhnung eintritt findet man jede neue Abhöre erstmal eigenartig. 

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kacktusman, hansey
17.02. 2020
17:58
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Justonemore
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 29628

@Plexis  sagt
Aber scheinbar stört ihn ja wirklich nur, dass er ein bisschen Basslastig ist. Das ist ziemlich einfach zu beheben und es gibt ja auch die entsprechende Software dafür. Ich bin immer noch der Meinung, dass das korrigieren des Frequenzgangs überhaupt nicht nötig ist, wenn man sich ausreichend "eingehört", also an die KH gewöhnt hat. Nach ein paar Tagen / Wochen, in denen man viel verschiedene Musik mit einem KH gehört hat, findet man den Sound ganz normal, kennt die Schwächen und weiß, wie man sie ausgleicht.

Ja ich gebe dir absolut Recht. Aber so wirklich langfristig und nachhaltig ist diese Lösung doch nicht? Auch vermute ich, dass er dann einfach immer, wenn etwas nicht so gut klingt, in Unsicherheit gerät, ob es nun an seiner Mische liegt oder ob die Software so stark korrigiert. Ist Ansichtssache.

10.03. 2020
10:56
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hansey
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 447

Nachdem ich das Sonarworks Reference 4/Headphones jetzt 3 Wochen testen konnte, hier ein kleiner Erfahrungsbericht.

Die Installation der Software (bei mir als Plugin in die DAW [Ableton10 Standard], ext. Soundkarte unter Windows10) war nicht so einfach, fand ich. Beispielsweise, wenn man über denselben Kopfhörer nicht nur die DAW, sondern auch andere Quellen (Mediaplayer, Youtube, soundcloud usw hören will. Bei mir war die Wiedergabe der DAW dominant und wenn ich andere Quellen hören wollte, musste ich immer in den Soundeinstellungen bzw. im ASIO rumfummeln und dann ging schnell mal der Überblick verloren. Auch das Umschalten von Kopfhörerwiedergabe auf Lautsprecher fand ich sehr hakelig. Mag sein, dass es schlaueren Leuten damit anders geht und sich gute Lösungen finden ließen, wenn man sich gründlich in die Manuals einliest, ich fand es jedenfalls etwas anstrengend.

Das Reference4 integriert sich davon abgesehen gut in die DAW. Die Oberfläche ist übersichtlich und ansprechend gemacht. Die für meinen ATH-M50x korrigierte Frequenzkurve ist nahezu linear. Die darüber hinaus einstellbaren Parameter (u.a. Headroom) hab ich mir nicht näher angeschaut.

Nun zum Effekt: Er war da, aber mir persönlich hat er nicht durchschlagend weiter geholfen. Der Unterschied mit/ohne war für mich schwer zu objektivieren. Leider hab ich durch den jahrzehntelangen Raubbau an meinem Gehör wohl auch nicht die allerbesten Voraussetzungen, etwas allgemein Gültiges in dieser Sache zu sagen. Aber interessant war der Test allemal und er ist ja kostenlos. @ Plexis, Ich werde also erstmal deiner Empfehlung folgen, mich auf dem ATH-M50X weiter einzuhören und die Frequenzkorrektur im Kopf zu machen.

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Plexis
10.03. 2020
11:26
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Plexis
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Ansehen: 5838

@hansey 
Ich hab mir kürzlich auch die ATH-M50x gekauft, da meine ATH-M50 nach 8 Jahren doch mal den Geist aufgegeben haben. Ich hatte eigentlich mit den exakt gleichen Kopfhörern gerechnet, einziger Unterschied das wechselbare Kabel. Leider musste ich feststellen, dass scheinbar auch am Frequenzgang geschraubt wurde. Dieser hatte mir bei den ATH-M50 viel besser gefallen, beim M50x sind mir die Höhen zu spitz und mir ist im direkten vergleich ein ziemliches Loch in den tiefen Mitten aufgefallen. Klar: Ich hab mich jetzt 8 Jahre an den Frequenzgang der M50 gewöhnt und könnte mich vermutlich langsam umgewöhnen. 

Ich habe mich aber dazu entschieden auch mal Sonarworks Reference auszuprobieren. 
Mein Fazit: Der Klang der KH gefällt mir mit Sonarworks wesentlich besser, da er wieder viel näher an den M50 ist. Ich fand auch die Einbindung ins System ziemlich einfach. Wenn die Systemweite Einstellung mit Autostart verwendet wird, muss man überhaupt nichts weiter manuell machen. Diese Einstellung greift allerdings nicht in der DAW, außer man wählt als Soundtreiber den von Reference 4 aus. Da es dann aber eine ziemlich starke Latenz gibt (min. 30 ms), verwende ich in der DAW das VST-Plugin, welches man Latenzfrei verwenden kann. 

Meine Testphase ist jetzt auch vorbei und ich überlege tatsächlich, mir die Software zu kaufen. Klar ist es ein bisschen nervig, dass man mit Software den Frequenzgang glatt bügeln muss, wo es doch vorher auch ohne funktioniert hat. Aber in meiner Situation fällt dann einfach die Umstellung weg. Hätte ich vorher keine Kopfhörer gehabt (oder ganz andere), hätte ich mich vmtl. auch für den Weg der (Um)gewöhnung entschieden, aber für mein Szenario ist die Software perfekt. 

Aber auf jeden Fall auch interessant deine Erfahrung zu lesen und ich denke in deiner Situation hast du dich für den richtigen Weg entschieden. 

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hansey
10.03. 2020
16:58
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hansey
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 447

@Plexis

Das Loch in den unteren Mitten kann ich gut nachvollziehen. Die Frequenzkurve des ATH-M50x zeigt ja eine deutliche Bassanhebung, so dass im Übergang zu den (gar nicht überbetonten) Höhen etwas fehlt.

Schade, die systemweite Einbindung hatte ich nicht ausprobiert. Übrigens mit der starken Latenz des Soundtreibers könnte man sich vl mal an den Sonarworks support wenden, die sind sehr nett dort.

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, gibts die edu-Version für 49€.

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Plexis
11.03. 2020
10:15
Moderator
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Plexis
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 5838
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@hansey  sagt
Schade, die systemweite Einbindung hatte ich nicht ausprobiert. Übrigens mit der starken Latenz des Soundtreibers könnte man sich vl mal an den Sonarworks support wenden, die sind sehr nett dort.

Die Latenz stört ja außerhalb der DAW nicht und mit dem DAW-Plugin ist sie ja eben nicht vorhanden, deshalb sehe ich das gar nicht als Problem zwinker

@hansey  sagt
Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, gibts die edu-Version für 49€.  

Vielen Dank für die Info! Hatte das gar nicht gesehen. Und da ich momentan noch Student bin könnte das klappen happy

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hansey

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