Track gemastert und doch zu leise? | Mixdown / Mastering / Sounddesign

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Track gemastert und doch zu leise?
07.05. 2020
20:38
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Phippo
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 269

Jaaaa... - wie soll ichs erklären? Ich habe mich in den letzten Tagen immer mehr mit dem mastern von Tracks beschäftigt. Nun hatte ich meinen Track gemastert und war voll Euphorie über meinen wunderbar klingenden Track. Der Track fährt schön an die 0 db und keine Kratzer oder Verzerrungen. Naja die Freude sollte wohl nicht von langer Dauer sein. Heute hörte ich in meine älteren Tracks rein und merkte - momentmal irgendwie ist mein neuer Song genauso laut wie auch meine vorherigen. Habe auch schon manche Tracks im Internet hochgeladen und von der Lautstärke stinken diese ab. So nun weiß ich ja, dass die db nur die Amplitude und nicht die wirkliche Lautstärke ist. cry

Nun meine Frage, wie ermittle ich, wie laut mein Track wirklich ist? Wie kriege ich mein Signal auf gleicher Amplitude lauter?

09.05. 2020
13:17
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Pentalpha
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 43

Also ich kenne mich auch nicht besonders gut aus, aber wenn du bei gleicher Amplitude lauter sein willst, bleibt soweit ich weiß eigentlich nur Kompression übrig und darauf zu achten, dass du keine großartigen Löcher im Frequenzspektrum hast, das weißt du aber sicher schon.

Wenn du nicht nur die Lautstärke, sondern das, was man als Mensch letztendlich wahrnimmt (die Lautheit) als Zahl haben willst, brauchst du vermutlich ein Plugin, das LUFS misst, soweit ich das verstanden hab ist das eine Einheit für Lautheit, die auch die Dynamik und Frequenzverteilung berücksichtigt.

Ein gutes und kostenloses Plugin dafür ist zb das youlean loudness meter

Du könntest dich dann auch noch informieren, wie verschiedene Plattformen mit Audios umgehen, wie zum Beispiel der loudness normalization Algorithmus von YouTube funktioniert, und mit wieviel LUFS man am besten Sachen hochlädt, damit sie möglichst gut klingen. Da findest du bestimmt was wenn du googelst (ich glaube die Vollversion vom youlean loudness meter hat sogar Presets, die dir helfen zu sehen, ob dein Mix gut für YouTube, Spotify und Apple music geeignet ist)

 

Also ich bin in meiner eigenen Künstlerischen Laufbahn noch nicht so weit, dass ich mir über Mastering große Gedanken machen müsste und dementsprechend noch nicht so tief in der Materie, aber ich hoffe meine Gedanken dazu konnten trotzdem irgendwie helfen :)

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kacktusman, Phippo
09.05. 2020
19:22
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Phippo
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 269

Vielen Dank für deine Antwort! Ich habe mich vorgestern und gestern intensiv damit beschäftigt, den Fehler an meinen Tracks zu finden. Ich habe mir die Youlean Loudness Meter Pro-Version gekauft und festgestellt, dass meine Tracks von der Lautstärke (oder LUFS) her gut sind und für einige Plattformen sogar ein bisschen runtergeregelt werden müssen.
Ebenfalls hab ich herausgefunden, dass meine Tracks auf Youtube heruntergeregelt wurden. Es gibt die Möglichkeit "Statistiken für Nerds" - über einen rechtsklick auf ein Video - zu aktivieren. Dort kann man nachschauen um wie viel dB das Video zu laut oder zu leise ist (Content Loudness). Naja, meine letzten Tracks waren um die 5 db zu laut und wurden dann wahrscheinlich auch wieder runtergeregelt - wenn ich denn alles so richtig verstanden habe. happy

Mit der Kompression tue ich es mir relativ schwierig. Vorallem bei leichter Kompression, höre ich einen Unterschied zwischen Kompressor an oder aus kaum bis gar nicht. Klar bei extremen Kompressoreinstellungen ist das kaum zu überhören. Aber das muss ich wohl weiter üben :D

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Pentalpha
09.05. 2020
21:37
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PKNeer
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Ansehen: 1777

Kannst dir den Span von Voxengo holen, der hat auch ein LUFS-Meter.

Ich mach auf den Master noch Saturation, dann klingt der Track auch lauter. Was du natürlich auch machen kannst, ist etwas Bass wegnehmen, dann wird dein Track durch den Limiter lauter, weil der Bass nichtmehr soviel Platz wegnimmt. Grundsätzlich klingt dein Mix lauter, wenn du mehr Höhen und Mitten und weniger Bass hast. Muss man immer abwägen, was man bereit ist an Bass zu opfern für eine gewisse "Lautheit". So ist zumindest meine Erfahrung.... 

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Pentalpha, kacktusman, Phippo
10.05. 2020
10:36
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Pentalpha
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 43

Dann kennst du dich selbst wahrscheinlich schon besser aus als ich ^^

Was mich wundert ist, dass auch professionelle Produktionen teilweise eine sehr hohe content loudness haben, ich habe kurz durch ein paar Videos geklickt und Werte bis 8 dB gefunden

Und bei Kompression tue ich mir auch noch schwer, aber ich denke da bekommt man mit der Zeit ein Gefühl

 

Der Span hat auch eine LUFS Anzeige? Ich hatte keine Ahnung, gibt es eigentlich auch was, das der nicht kann?

Das mit dem Bass wegnehmen klingt irgendwie sinnvoll und ziemlich interessant, sollte ich vlt mal probierenhappy

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Phippo
10.05. 2020
13:25
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Phippo
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 269

@PKNeer Ich habe den Span auch - wusste aber nicht das der auch ein LUFS-Meter hat. Muss ich mir mal anschauen. 
Ja das mit der richtigen Verteilung der Frequenzen hab ich auch schon mitbekommen. Mir ist aufgefallen, das meine Tracks oft Basslastiger waren als andere Tracks und dem entsprechend vllt auch leiser erscheinen. Ich denke, vieles wird auch mit dem Mixdown zusammenhängen.

@Pentalpha Ja dieses Phänomen ist mir auch schon aufgefallen. Was ich mich dann halt frage ist, drehe ich lieber leiser um die 100% von Youtube zu bekommen oder versuche ich noch lauter zu werden. Scheint ja gang und gebe zu sein, dass man die 0dB (von Youtube) überschreitet.

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Pentalpha
14.05. 2020
14:12
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Cryo
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 109

@Pentalpha  sagt
...Du könntest dich dann auch noch informieren, wie verschiedene Plattformen mit Audios umgehen, wie zum Beispiel der loudness normalization Algorithmus von YouTube funktioniert, und mit wieviel LUFS man am besten Sachen hochlädt, damit sie möglichst gut klingen. Da findest du bestimmt was wenn du googelst (ich glaube die Vollversion vom youlean loudness meter hat sogar Presets, die dir helfen zu sehen, ob dein Mix gut für YouTube, Spotify und Apple music geeignet ist) 

Ich hab vor kurzem diese recht praktische Seite https://www.loudnesspenalty.com/ für sowas kennengelernt. Hier kann man direkt per "Drag and Drop" online alles austesten.
Wäre interessant zu wissen, wie andere diese Funktionalität bewerten.

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Phippo
14.05. 2020
21:44
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Phippo
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 269

@Cyrox Ich habe mal diese Website ausprobiert für alle Plattformen scheint mein Track zu laut zu sein so zwischen -5dB bis -7dB. bedeutet das, dass ich die Tracks einfach leiser drehen muss oder muss ich diese komplett leiser mastern? 

Ja, der Youlean Loudness Meter - in der Vollversion - bietet die Möglichkeit anzuzeigen, ob man für einzelne Plattformen zu laut oder zu leise ist. Was ich mich da trotzdem Frage ist, ist mein Track auf -14 LUFS gemastert genauso laut wie ein anderer Track der auch auf -14 LUFS professionell gemastert worden ist? Bzw. ist die Einheit LUFS die reine Lautstärke oder ist das wie mit der Amplitude, das ich bei 0 dB "Lautheit" trotzdem leiser sein könnte als ein anderer Song der auch bei 0dB ist? Versteht ihr was ich meine ? :D

14.05. 2020
22:24
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Justonemore
sp_UserOfflineSmall Offline
Ansehen: 29687

Physikalisch gibt es noch einige andere Wege als nur die Kompression. Die Lautheit wird noch vom Stereo-Bild und der Frequenzverteilung beeinflusst. Wir sprechen hier natürlich von der wahrgenommenen Lautheit.

1. Stereo

Je breiter du deine Elemente in Stereo und Mono trennst, umso deutlicher heben sich einzelne Elemente in ihrer Lautstärke ab. Sind alle Elemente gleich breit - oder noch schlimmer: fast nur mono, dann wirkt der Sound sofort sehr leise.

2. Frequenzverteilung

Die Frequenzverteilung kann in zweierlei Hinsicht zu Problemen führen.

Einerseits können Überlagerungen zu Auslöschungen führen. Spielen z.B. mehrere Elemente in der gleichen Tonhöhe, dann sind die True Peaks oft immer noch bei 0db, die Auslöschung dämpft jedoch die Lautstärke enorm. Hier kannst du mit Low-Cuts oder aber eben mit Stereo-Mono die Auslöschungen verhindern.

Andererseits gibt es ganz einfach Tonhöhen und Signale, die lauter wahrgenommen werden. Verzerrte Sounds können sogar zu einem positiven (!) LUFS-Wert führen. Auch die generelle Verteilung deiner Elemente im Mix spielt eine Rolle. Sind die Mitten eher leer, dann hört sich ein Track schnell leise an.

 

Zum Schluss kann ich noch empfehlen, alle möglichen unhörbaren Frequenzbereiche zu "lowcutten". Besonders der Bereich unter 50 Hz sollte möglichst wenige Elemente aufweisen. Überlagerungen in diesen tiefen Frequenzen führen sofort zu starken Ausschlägen im Pegel. Oftmals wird das dann fälschlicherweise als "Dynamik" verstanden. Sind zwar hübsche Pegelausschläge im Mix, tragen aber nichts zum guten Sound bei.

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Phippo

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