M-Audio Midi Controller Vergleichstest

Drei M-Audio Midi-Keyboards / Controller von 150€ bis 400€ im Vergleichstest: Keystation 61 II, Code 49 und CTRL49.

M-Audio Keyboards Test Video

➤M-Audio Keystation 61 II  *
➤M-Audio Code 49 *
➤M-Audio CTRL49 *

// Transkript

Einleitung

Hi und herzlich Willkommen bei Futorial, mein Name ist Sinan Kurtulus und ich teste heute 3 verschiedene Midi-Keyboards bzw. Controller von M-Audio. Die Preisklasse erstreckt sich von 150 bis 400 €.

Das Einsteiger Modell ist in dem Fall die M-Audio Keystation 61es, welche ich persönlich seit mehreren Jahren nutze. Mittlerweile ist zwar schon eine überarbeitete Mark II Version erschienen, von der grundsätzlichen Hardware der Tasten hat sich aber nichts geändert.

Das zweite Modell im Test ist das M-Audio Code 49 für 250 €. Hierbei handelt es sich schon um ein  Midi Keyboard inklusive Controller. Eine Bank mit Touchpads, ein paar Fader und Drehregler sind mit an Board.

Das dritte Controller-Keyboard ist das M-Audio CTRL49 für 400 €. Auch hier sind Fader und Drehregler dabei. Besonders zu erwähnen ist das farbige Display, welches zusammen mit der VIP Software genutzt wird. Dazu aber später mehr.

Verarbeitung & Haptik

Alle drei Modelle sind ordentlich verarbeitet. Keine scharfen Kanten, kein Klappern oder Wackeln von Tasten und Knöpfen. Dennoch ist mit jeder Preissteigerung auch eine Verbesserung der verarbeiteten Materialien zu bemerken. Die 150 € Keystation verwendet eher günstiges Plastik als Gehäuse. Für 100 € mehr ist beim M-Audio Code 49 zwar immer noch Plastik am Werk, aber irgendwie fühlt sich dieses schon hochwertiger an. Das 400 € teure M-Audio Ctrl 49 hat dann immerhin schon Bereiche welche aus Metall gefertigt sind. Das Plastik macht einen guten Eindruck und auch die Drehregler und Fader wirken hier am hochwertigsten.

Konzentrieren wir uns an dieser Stelle mal auf die Klavier-Tastatur. Jedes Keyboard besitzt anschlagdynamische Tasten, das bedeutet es macht einen Unterschied wie feste ich die Taste drücke. Somit ist es möglich sowohl leise als auch laut zu spielen, was der Lebendigkeit zu Gute kommt. Nichts desto trotz muss man hier ganz klar sagen, mit einer richtigen Hammer-Mechanik wie man sie aus Klavieren oder guten Stage Pianos kennt, hat dies nicht zu tun.

Das Gefühl beim Tastendruck ist unter den drei Modellen sehr ähnlich. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich sagen, dass mir die Tasten des 250 € M-Audio Code 49 am besten gefallen. Die Unterschiede sind aber wirklich nicht sehr extrem.

Alle drei Modelle sind beim Anspielen der Tasten nicht ganz lautlos, gerade bei leisen Sessions ist das nicht ganz ideal. Vor allem die günstigste M-Audio Keystation 61 sorgt mit seinem Plastikgehäuse für einen unschönen Resonanzkörper. Haut man stark in die Tasten so erklingt hier leider nicht nur der angesteuerte Synthesizer.

Die Modelle Code und Ctrl 49 besitzen eine üppige Ausstattung an blinkenden und leuchtenden LED Knöpfen. Das hat Vor- und Nachteile. Vorteil ist klar, auch im dunklen Raum sind die Bereiche schnell und zielsicher zu erreichen. Nachteil, bis jetzt ist mir keine Option aufgefallen, welche die Beleuchtung gänzlich abschaltet. Falls ihr da mehr wisst als ich, schreibt es in die Kommentare!

Besonders beim M-Audio  Code 49 empfand ich die LED Beleuchtung der Knöpfe als etwas problematisch, da diese gepulst ist. Das bedeutet für Menschen die sehr empfindlich auf flackerndes Licht reagieren ist dies ein leichter Nachteil. Die meisten Benutzer werden dies vermutlich aber gar nicht bemerken oder sich evtl. auch daran gewöhnen.

Installation & Praxis

Die Installation der Geräte kann eigentlich nicht als solche bezeichnet werden. USB anschließen, warten bis Windows das Keyboard erkennt. Fertig! FL Studio starten und unter den MIDI Settings das Keyboard enablen.

Alle Drehregler und Fader können nun mit sämtlichen Einstellungen verlinkt werden. In FL Studio gibt es zwei Möglichkeiten dies zu tun. Entweder projektspezifisch oder global. Wie der Name schon vermuten lässt ist die projektspezifische Verlinkung nur für das aktuelle Projekt gültig und die globale Verlinkung gilt quasi dauerhaft über verschiedene Projekte hinaus. Mehr zu diesem Thema erklärt euch der FL Studio Guru. So schön das alles erscheint, das ganze hat einen massiven Haken. Stellen wir uns nun vor wir haben alle Fader mit den Mixer-Fadern verlinkt. Öffnen wir als nächstes ein anderes Projekt dann stimmen die Fader-Einstellungen des internen Mixers mit dem des Controllers nicht mehr überein. Dafür würde man ja motorgetriebene Fader benötigen welche sich mit öffnen des Projekts in die richtige Position schieben. Da dies nicht der Fall ist, haben wir immer das Problem, dass Controller Einstellungen der Knöpfe und Fader nicht zwingend mit den Werten im Projekt übereinstimmen. Auch eine Catch-Up Funktion, welche dafür sorgt, dass der interne Drehregler erst reagiert sobald der Controller dessen Wert erreicht, ist nicht die Art von Workflow die ich mir als ideal vorstelle. Fairerweise muss man an dieser Stelle erwähnen, dass der Controller Support von FL Studio eher als mangelhaft angesehen werden muss. Es werden nur sehr wenige Controller nativ unterstützt und das manuelle Mapping frisst einfach extrem viel Zeit. Unter Ableton wurde das M-Audio Code49 Keyboard immerhin automatisch erkannt und die Fadereinstellungen waren vorkonfiguriert auf die Mixer Channel. Das Problem der nicht gleichen Fader und Drehregler-Werte blieb aber bestehen. Beim Betätigen eines Faders springt der Software-Fader plötzlich auf diesen  Wert. Ich habe einige Produzenten Kollegen gefragt und musste feststellen. Niemand den ich kenne nutzt Fader und Drehregler für seine Musikproduktion, genau wegen dieses Problems.

Für den Live Betrieb – also für einen DJ Mix, das Jammen oder einer Recording Session, können diese Knöpfe und Regler sinnvoll sein. Hier spielt es keine Rolle welchen Anfangswert die Fader und Regler haben. Bei der finalen Musikproduktion hingegen finden solche Controller für meine Kollegen und mich leider keine Verwendung.

VIP Software

Das Modell M-Audio Ctrl 49 besitzt ein eigenes Display und wird mit der VIP Software beworben. Die Software herunter zu laden ist allerdings gar nicht so leicht. Zunächst muss man sich auf der m-audio Seite einen Account anlegen, dann sein Keyboard mit Seriennummer aktivieren um anschließend die 3,5 Gigabyte große Software herunterladen zu dürfen. Nach der Installation startet man die VIP Software, was das Keyboard auch sofort erkennt. Die VIP Software ist nun in der Lage sämtliche VST Synths und Effekte zu laden welche man auf dem Rechner hat. Softwaresynthesizer können über das Keyboard ausgewählt, gelayert und mit VST Effekten wie Hall, Delay etc. versehen werden. Mehr zu diesem Thema seht ihr im verlinkten Video. Das heißt mit Hilfe eines PCs oder Laptops, jeder Menge VST Plugins + die VIP Software hat man theoretisch einen ziemlich starken Synthesizer vor sich stehen. Man muss aber dazu sagen, das ganze einzurichten ist nicht gerade trivial und kostet einiges an Zeit.

Fazit

Die drei vorgestellten Midi Controller von M-Audio kann ich grundsätzlich alle empfehlen. Gerade wenn es darum geht eine anständige Klavier-Tastatur zu besitzen, ist man hier auf dem richtigen Weg. Sie tun das was sie sollen und sind solide verarbeitet. Je mehr Geld man ausgibt, desto hochwertiger das Plastik bzw. dann auch die Metall-Segmente. Ob man die Fader, Pads und Drehknöpfe der Code und Ctrl Reihe benötigt, sollte man sich gut überlegen. Wer mit dem Gedanken spielt Live zu performen für den könnte es sich lohnen direkt ein Keyboard mit integriertem Controller zu kaufen, wie es die Code und Ctrl Reihe eben bietet. Für den reinen Studiobetrieb sehe ich den Mehrwert von Fadern und Drehreglern derzeit nicht – zu unausgereift erscheint mir die Mapping und Link Möglichkeit. FL Studio kann in dieser Disziplin auch nicht wirklich glänzen. Hier sind andere DAWs klar im Vorteil. Benötigt man einfach nur ein solides Midi-Keyboard um Melodien einzuspielen und kann mit dem Preisklassen-üblichen Plastikgehäuse gut Leben, dann reicht definitiv die simplere Keystation 61es. Ich wünsche euch viel Spaß beim Musik produzieren und sage auf Wiedersehen.

One thought on “M-Audio Midi Controller Vergleichstest”

Kommentieren