Raumakustik & Abhöre

Die Futorial Raumakustik Serie.
In diesen Tutorials zeige ich dir wie du dein Heimstudio optimieren kannst. Von der Platzierung der Lautsprecher und der richtigen Sitzposition bis hin zu Klangoptimierung mit Absorbern lernst du in diesen Videos alle Tricks mit denen du deine Abhöre optimieren kannst.

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Die richtige Abhöre / Monitorboxen

Das A und O eines guten Mixdowns ist die Möglichkeit den Mix richtig „hören“ zu können. Das menschliche Ohr hört Frequenzen zwischen ca. 20 – 20.000 Hz. Um Musik mit einer hohen Produktionsqualität anbieten zu können, ist es von Vorteil wenn wir genau diesen Frequenzbereich möglichst linear Abbilden können. Dafür stehen einem verschiedene Studio-Monitor-Boxen und Kopfhörer zur Verfügung.

1. Frage: Monitor-Boxen oder Kopfhörer, was brauche ich für einen guten Mixdown?

Antwort: Beides

Vorteile Kopfhörer:

– Gute Studiokopfhörer lassen sehr detailliertes Abhören zu. Man kann sehr fein auch leisere Elemente heraushören.
– Stereoeffekte sind durch die diskrete Beschallung (rechter Kanal -> rechtes Ohr, linker Kanal -> linkes Ohr) sehr gut hörbar.
– Falls man Nachbarn hat, kann man auch bis tief in die Nacht „laut“ produzieren.
– Gute Kopfhörer sind wesentlich kostengünstiger als gute Monitor-Boxen.

Nachteile Kopfhörer:

– Der Bassbereich wird in der Regel als zu schwach empfunden, da der spürbare Druck und der Körperschall welcher sich evtl. auf Gegenstände (Stühle, Tische usw.) überträgt, fehlt. Dadurch resultiert häufig eine zu bassstarke Produktion. Man kompensiert automatisch den fehlenden Druck.
– Höhen werden in der Regel über Kopfhörer lauter empfunden. Der Weg von der Membran bis zum Ohr ist sehr gering, somit ist „wenig“ Luft vorhanden, welche die hohen Frequenzen dämpfen könnte. Es resultiert ein Höhen reduzierter Mixdown.
– Durch den fehlenden Raum ist der Mix zu 100% trocken. Kein Raum-Hall, keine Vermischung von linkem und rechtem Kanal. Dadurch werden Kopfhörerproduktionen tendenziell „verhallter“ bzw. „diffuser“ produziert. Man versucht dadurch den fehlenden Nachhall des Raumes zu kompensieren. Sehr kurze, trockene Elemente ohne Delay oder Reverb sind unterm Kopfhörer unangenehm, in einem Raum hingegen können sie ein super Effekt sein.
– Mit dem Kopfhörer produziert man in der Regel lauter als mit Monitor-Boxen, daher besteht eine erhöhte Gefahr eines Hörschadens.

Vorteil Monitor-Boxen:

– Der Bass wird durch den Druck der größeren Membranen korrekt widergegeben und das Verhältnis von Bass, Mitten und Höhen im Mixdown wird in der Regel besser abgestimmt.
– Durch den vorhandenen Raum und den damit resultierenden Reflektionen (Raum-Hall), tendiert man dazu „klarer“ und „deutlicher“ zu produzieren. Für mich einer der wichtigsten Vorteile von Monitor-Boxen.

Nachteile Monitor-Boxen:

– Man ist abhängig von der Raumakustik. Hat man einen ungünstigen Raum, kann es passieren, dass der Bassbereich (ca. 30 – 200 Hz) falsch wiedergegeben wird. In normalen Räumen entstehen sehr häufig Resonanzen bei 110 – 130 Hz. Diese werden dann als extrem stark und „dröhnend“ empfunden. Daraus resultiert ein Mixdown mit zu geringem Bassanteil rund um 120 Hz.
– Teurer in der Anschaffung. Es wird Zubehör benötigt (Lautstärke Regelung, Kabel etc.)
– Nachbarn erfreuen sich bei lauten Sessions über die „Erlaubnis“ mithören zu dürfen.

Betrachtet man die Vor- und Nachteile so wird schnell deutlich, man benötigt in der Regel beides. Bei einem neuen Projekt empfehle ich immer mit Monitor-Boxen zu beginnen. Die Kopfhörer kommen dann zum Einsatz wenn man bestimmte Passagen analysieren möchte oder am Ende den Track kontrolliert. Fehler (Verzerrungen, Klicks, Sprünge) sind unter einem Kopfhörer in der Regel
deutlicher wahrzunehmen.)

2. Frage: Welche Kopfhörer oder Monitor-Boxen sind die richtigen für mich?

Ich halte nichts von Aussagen wie „du brauchst die Firma XY – Model 123, wenn du das hast, wirst du super produzieren“. Das allerwichtigste ist: (wirklich das Wichtigste – merken!!!) Du musst deine Box, deinen Kopfhörer, deinen Raum und deinen Geschmack kennen. Wenn man mich jetzt in das weltbeste Studio setzen würde, bräuchte ich mind. 1-2 Tage um mich an die neue Akustik zu gewöhnen. Erst dann kann man mit brauchbaren Ergebnissen rechnen. Um die richtige Box/Kopfhörer für sich zu finden empfiehlt es sich erst ein paar Referenztracks zu sammeln. Suche 5 Tracks (am besten verschiedene Genre) die für dich einfach perfekt klingen. Tracks von denen du sagst „wenn ich SO gut klinge, bin ich zufrieden“. Dann musst du diese Tracks auf verschiedenen Monitor-Boxen, Kopfhörern Probehören. Nun entscheidet dein Geschmack. Was dir
am besten gefällt – ist dein Produkt. Grundsätzlich empfiehlt es sich in der richtigen Sparte zu suchen. Wenn du Studio-Kopfhörer willst, dann such bei Studio-Kopfhörern. Irgendwelche stylischen DJ-Kopfhörer mit „coolen“ Lackierungen haben hier gar nichts verloren. Überlege dir gut was du in Kopfhörer und Monitor-Boxen investierst. Sparst du am falschen Ende, bringt die Investition nichts, gibst du zu viel aus, hast du dadurch keinen Mehrgewinn (wenn die Boxen für dich nicht um Welten besser klingen als die günstigeren).

3. Frage: Reicht der Bass von Monitorboxen aus oder brauche ich noch einen Subwoofer?

Ab 5“ Woofer-Größe sollte der Bass völlig ausreichend sein und ein zusätzlicher Subwoofer wird nicht benötigt. Mischt man nicht gerade eine 5.1 Kino-Produktion ab, so ist von Mehrkanal-Systemen als Abhöre dringend abzuraten.

Die hier verfassten Empfehlungen beziehen sich im Wesentlichen auf meine persönlichen Erfahrungen und haben nicht den Anspruch wissenschaftlich bewiesen zu sein.

5 Gedanken zu „Raumakustik & Abhöre“

    Paul McWeed sagt
    Ist es möglich, dass ich hier mal die Messergebnisse meines Projektstudios hochlade (Screenshots) und dann bekomme ich ggf. Hilfe bei der Auswertung der Messung? In der aktuellen Version des Messprogramms gibt es weitere Messanzeigen. Vielleicht kann jemand auch hierzu nähere Informationen liefern?

    Beste Grüße Paul  

    Sehr gerne! Erstell am besten einen eigenen Thread im Hardware Forum.

    Ist es möglich, dass ich hier mal die Messergebnisse meines Projektstudios hochlade (Screenshots) und dann bekomme ich ggf. Hilfe bei der Auswertung der Messung? In der aktuellen Version des Messprogramms gibt es weitere Messanzeigen. Vielleicht kann jemand auch hierzu nähere Informationen liefern?

    Beste Grüße Paul

    Moin moin,

    bei meinem Raum ergeben sich wohl gleich mehrere Probleme. Zum Einen habe ich an der Seite, an der die Lautsprecher platziert werden sollten Fenster. Zum Anderen befindet sich dann auf der Seite des rechten Lautsprecher dann eine Wandschräge. Auf der anderen Seite nicht.

    Meine Frage: Sollte hier trotzdem die Fensterseite für die Lautsprecher genutzt werden?

    Didaktisch und visuell ausgezeichente Videos! Könnte der Standard werden zur Erklärung der Abhöre.

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